Geheimtipp Setouchi - Marketing Managerin Melanie unterwegs in Japan


Geheimtipp Setouchi – Marketing Managerin Melanie unterwegs in Japan

Die Setouchi Region, bestehend aus den Präfekturen Hyogo, Tokushima, Kagawa, Ehime, Yamaguchi, Hiroshima und Okayama bietet eine Vielzahl an Aktivitäten und Highlights. Marketing Managerin Melanie hat sich auf eine aufregende Entdeckungstour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten begeben.

Ich spüre, wie sich meine Mundwinkel nach oben verziehen, als das Flugzeug in Osaka landet: endlich bin ich in Japan! Meine erste Asienreise führt mich gleich in das wunderschöne Land der aufgehenden Sonne und ich bin voller Vorfreude. Ein intensives und sehr abwechslungsreiches Programm wird mich durch sechs der sieben Präfekturen der Setouchi Region führen.

Hyogo – Köstliches Kobe Beef, traditioneller Sake und das mystische Himeji Castle

Wir starten gleich nach unserer Ankunft in Osaka in Richtung Kobe. Die Stadt ist weltweit berühmt für ihr ausgezeichnetes Kobe Beef. Tatsächlich ist das Kobe Rind jedoch keine eigene Rasse, sondern eine Herkunftsbezeichnung für die Taijima Rinder. Gleich an meinem ersten Abend darf ich in den Genuss dieses sehr edlen und feinen Fleisches kommen. Es hält tatsächlich was es verspricht und ist eine wahre Gaumenfreude, die ich sehr empfehlen kann.

Kobe Beef, Japan Rundreise

Neben dem Kobe Beef bieten die Stadt und ihre Umgebung einige weitere Highlights. Unser erster Halt führt uns in die historische Sake Brauerei Kobe Shu-Shin-Kan. Seit ihrer Gründung im Jahre 1751 haben 13 Generationen die Brauerei in traditioneller Weise weitergeführt und stellen den berühmten Fukuju Sake noch genauso her, wie ihre Vorfahren.  Wir erhalten eine ausführliche Führung durch die Räume und bekommen erklärt, wie aus Reiskörnern ein klarer und erstaunlich milder Reiswein wird. Am Ende dürfen wir die verschiedenen Sorten probieren und mein besonderer Liebling ist der Pflaume-Sake. Die Brauerei führt zudem noch das sehr gute Restaurant Sakabayashi, das besonders für seine Kaiseki Gerichte bekannt ist.

Gestärkt starten wir zu unserem ersten Highlight: Das schneeweiße Himeji Castle. Erhaben ragt es über die gleichnamige Stadt Himeji und erinnert an die Zeit, als die japanische Architektur ihren Höhepunkt erreicht hatte. Elegant geschwungene Dächer mit prächtigen Verzierungen und Statuen, mächtige Tore und verzweigte Wege zeugen von der einzigartigen, japanischen Baukunst des 17. Jahrhunderts. Es grenzt an ein Wunder, dass dieses Juwel seit über 400 Jahren bestehen geblieben ist und uns heute noch mit seiner Schönheit begeistert. Auch hier erhalten wir eine sehr informative und ausführliche Führung mit Geschichten über die Entstehung, den Aufbau und die Geheimnisse des Himeji Castles.

Sake aus der Sake Brauerei in Kobe, Japan Rundreise
Melanie vor dem Himeji Castle, Japan Rundreise

Tokushima – Von Lianenbrücken und Gezeitenstrudeln

Am darauf folgenden Morgen starten wir unseren Tag mit einem Workshop zur traditionellen, japanischen Indigo Färberei im Aizumicho Historical Museum, bei welchem ich selbst ein Stück Stoff mit einem schönen Muster einfärben darf. Neben der Indigo Färberei werden in dem Museum Häuser, Gärten und Handwerkzeuge ausgestellt, die die traditionelle, japanische Lebensweise lebendig werden lassen. Das Gefühl, ohne Schuhe über die weichen Tatami Matten zu laufen ist ganz neu für mich und fühlt sich unglaublich angenehm an. Mit unseren selbstgefärbten Tüchern im Gepäck machen wir uns auf, um die bekannten Naruto Whirlpools zu besichtigen.

Mit dem Schiff „Wonder Naruto“ fahren wir unter der Ōnaruto-Brücke hindurch zu einem der größten natürlichen Gezeitenstrudel der Welt. Der Himmel ist strahlend blau, die Gischt spritzt uns kühles Wasser ins Gesicht und wir bekommen ein phänomenales Naturspektakel hautnah zu sehen. Nur zweimal am Tag bewegen die Gezeiten große Mengen Wasser durch die nur 1,3 km breite Meeresenge vom Pazifik in die Seto-Inlandsee und wieder hinaus. Dabei entstehen viele kleinere und größere Whirlpools, die anmutig und wild zugleich wirken. Da die Gezeiten immer etwas variieren, ist es ratsam im Vorfeld die optimalen Zeiten auf der Homepage des Bootanbieters zu recherchieren.

Melanie in der Indigo Färberei, Tokushima, Japan Rundreise
Melanie bei den Naruto Whirlpools, Japan Rundreise

Nach unserem Ausflug auf dem Meer geht es für uns in die dicht bewachsene Berglandschaft des Iya-Tals. Ich bin erstaunt, wie vielseitig die Region Setouchi auf doch relativ kleinem Raum ist. Vom Meer in den grünen, üppigen Wald mit dem Iya River, der sich in leuchtendem Türkisblau seinen Weg durch das Tal sucht. Japan hat einige Brücken, doch ist die Iya-no-Kazura Bashi Brücke eine wahre Augenweide: kräftige, dunkelbraune Lianen der Kiwibeere sind zu einer Brücke über den Iya Fluss zusammengebunden. Wagemutig bahne ich mir einen Weg über die Holzbalken und bleibe aber immer wieder stehen, um das einmalige Panorama zu genießen. Am anderen Ende angekommen bin ich ein bisschen stolz und strahle übers ganze Gesicht. Am liebsten würde ich gleich noch mal! In der Nähe der Brücke gibt es noch einen schönen Wasserfall und es ist ein wenig Zeit für ein erfrischendes Fußbad.

Melanie auf der Iya-no-kazura-bashi, Japan Rundreise
Melanie am Wasserfall im Iya-Tal, Tokushima, Japan Rundreise

Ein optimaler Übergang zu unserer nächsten Station: das Iyaonsen Hotel ist das einzige Hotel im Iya-Valley und hat mit seinen natürlichen, heißen Quellen, einem sogenannten Onsen direkt am Iya-River ein ganz besonderes Erlebnis zu bieten. Mit einem historischen, aber sehr charmanten Cable-Car fahren wir die 170 Meter vom Hotel zu den Onsen Keikoko-no-yu und Seseragi-no-yu, die vom Fluss oder von einer Unterwasserquelle gespeist werden. Dabei haben wir einen schönen Ausblick und ich kann mir gut vorstellen, wie viel farbenprächtiger es noch im berühmten japanischen Herbst aussehen muss. Unten angekommen überkommt mich dann eine angenehme Ruhe: das stetige Rauschen des Flusses und der leichte Dampf, der vom warmen Wasser des Onsen aufsteigt, schaffen eine leicht mystische Atmosphäre. 

Passend zu diesem Gefühl schlafen wir an diesem Abend das erste Mal in sogenannten „Kominkas“. Das sind traditionelle, leer stehende Häuser, die aufwendig und liebevoll renoviert werden. Dabei bleiben jedoch die Ursprünglichkeit und die Seele des Hauses bestehen, was die Besucher eine einmalige Zeitreise unternehmen und sie einen Teil der japanischen Lebensweise spüren lassen. Hausgemachte Spezialitäten wie Tofu, Seegrassalat, sauer eingelegtes Gemüse und die traditionelle Miso Suppe sind der krönende Abschluss eines aufregenden Tages.

Hiroshima – Ein Phönix, der aus der Asche gestiegen ist

Es steht außer Frage, dass der Atombomben Angriff auf Hiroshima zu den dunkelsten Stunden der menschlichen Geschichte gehört. Der Besuch des Hiroshima Peace Memorial Museums geht mir unter die Haut und durch die sehr gute visuelle Darstellung bekomme ich eine leise Ahnung, wie die Menschen in Hiroshima gelitten haben. Der Atomic Bomb Dome ist eine stetige Erinnerung daran, dass es Frieden auf der Welt geben sollte. Ich empfehle bei Möglichkeit, den Dome am Abend zu besuchen, da die Stimmung noch mal viel intensiver ist. Trotz ihrer Vergangenheit ist es so schön zu sehen, wie lebendig und voller Energie Hiroshima ist.

Melanie vor dem Atomic Bomb Dome in Hiroshima, Japan Rundreise

Mit dem Schnellboot geht es über den Ota Fluss in Richtung Miyajima. Die Insel ist berühmt für den farbenprächtigen Itsukushima Shrine. Schon vom Boot aus sehe ich das eindrucksvolle O-Torii-Tor im Wasser stehen und freue mich sehr auf die Besichtigung. Auf dem Weg über den Platz entdecke ich bald die ersten Rehe, von welchen uns unsere Tourleiterin Kaori-San bereits erzählt hat: seelenruhig spaziert eine Herde durch die Straßen und lässt sich von Besuchern streicheln und verwöhnen. Füttern ist zwar verboten, hält aber die Tiere nicht davon ab, es wenigstens bei den Restaurants und Marktständen zu versuchen.

Die ganze Insel ist schon seit langer Zeit ein heiliger Ort der Religion des Shintoismus‘ und der Itsukushima Shrine seit 1996 Weltkulturerbe. Die ganze Anlage besteht aus dem Hauptschrein, der Noh Drama Bühne, Musik Räumen und Hallen sowie mehreren anderen Schreinen, die durch Korridore mit einer Gesamtlänge von 300 Metern miteinander verbunden sind. Nach dem traditionellen Reinigungsritual am Eingang des Schreins, schlendere ich langsam durch die Gänge und lasse alles auf mich wirken. Der Schrein ist ein absolutes Muss und ich kann den Besuch jedem Reisenden empfehlen.

O-Torii Tor des Itsukushima Shrine in Miyajima, Japan Rundreise
Nagahama Shrine, Miyajima, Japan Rundreise

Kagawa – Die Insel Naoshima: ein Himmel für Kunstliebhaber

Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre auf die bekannte Kunstinsel Naoshima mit den sehr fotogenen Kürbissen des Künstlers Yayoi Kusama. Wir besichtigen das Benesse House Museum und essen dort traditionell Bento. Im Anschluss sehen wir uns die drei Wasserlilien Gemälde von Claude Monet im Chichu Art Museum an und lassen uns von James Turrell optisch täuschen. Das Art House Projekt wurde ins Leben gerufen, um die Einwohner der Insel in die Kunst mit einzubeziehen und daraus sind einige tolle und authentische Kunstobjekte entstanden. Wir schlendern langsam durch die alten Gassen und lassen uns von einem Objekt zum nächsten treiben.

Melanie mit dem gelben Kürbis auf Naoshima, Japan Rundreise
Bento Essen im Benesse House Museum auf Naoshima, Japan Rundreise

Ehime – Historischer Charme und japanisches Wachs in Uchiko

Uchiko ist für mich ein weiteres Highlight. Die Stadt erlangte zwischen 1700 und 1800 Bekanntheit, da sie sehr hochwertiges japanisches Pflanzenwachs herstellte und international verkaufte. In den schmalen Gassen reihen sich traditionelle Häuser, alte Händlerläden und mehrere sehr prächtige Residenzen, die heute als Museen zu besichtigen sind. Eine davon ist die Kamihaga Residenz mit seinem angrenzenden Wachsmuseum, das wir uns bei einer Führung genauer ansehen. Neben den vielen kleinen Läden ist vor allem das Uchiko-za Theater, das 1916 erbaut wurde einen Besuch wert. Hier habe ich das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben und ich kann mir bildlich vorstellen, wie die Menschen auf den sehr abstrakten Sitzmöglichkeiten Platz nehmen, um sich unterhalten zu lassen.

Bühne des Uchiko-za Theaters, Japan Rundreise

Okayama – Traditionelles Handwerk und einer der schönsten Gärten Japans

Neben Uchiko ist auch Kurashiki in der Präfektur Okayama eine schöne Altstadt. Auf dem Kurashiki Kanal unternehmen wir ganz traditionell eine Bootsfahrt: japanische Hüte inklusive. Mächtige, alte Weiden säumen den Kanal und ein Haus im römischen Stil schickt mich auch hier auf eine Zeitreise. Zahlreiche Shops, Souvenirläden und Restaurants fügen sich harmonisch in das Stadtbild und ich genieße einfach das Panorama, während wir langsam durch die Straßen schlendern.

Boote auf dem Kurashiki Kanal, Okayama, Japan Rundreise

Den darauffolgenden Vormittag verbringen wir in einem der schönsten Gärten Japans: den Korakuen Garten. Mit einem Höchstmaß an Präzession wurde jeder Stein, jede Pflanze nach den Vorstellungen des Daimyos Ikeda Tsunamasa 1687 erbaut. Das Eisho-no-ma Haus kann nur bei einer Führung besichtigt werden, was ich sehr empfehlen kann. Wir erhalten viele Informationen darüber, welche tiefere Bedeutung jedes Detail des Gartens hat und wie alles miteinander verwoben ist. Es ist wirklich faszinierend, an was die Architekten alles gedacht haben.

Ausblick auf den Korakuen Garten, Okayama, Japan Rundreise

Anschließend machen wir uns auf den Weg Richtung Bizen und Osafune, wo wir eine traditionelle Töpferei sowie das Osafune Japanese Sword Museum besichtigen. Die Ichiyou Gama Topferei ist seit 13 Generationen in den Händen der Kimura Familie, die in der Edo Periode zu einer der sechs Familien ernannt wurde, die die traditionelle Töpferkunst fortführen durften. Noch heute werden Töpfe, Becher, Teller und vieles mehr in traditioneller Töpferkunst hergestellt.  Bei einer Führung durch die Töpferei wird uns der vollständige Prozess der Herstellung  erklärt und wir sehen einem Mitglied der Familie beim Töpfern zu. Im Anschluss dürfen wir an einer traditionellen Teezeremonie teilnehmen. Der Macha-Tee ist ausgesprochen gut und die süße Bohnenpraline im Vorfeld rundet das Geschmackserlebnis wunderbar ab.

Im Bizen Osafune Japanese Sword Museum lernen wir alles über die traditionelle japanische Schwertkunst. Wie das Schwert entsteht, woher die Schwertkunst kommt und wie sie in Zukunft bewahrt werden soll.  Wir erhalten eine ausführliche Führung durch die Produktionsräume und können uns die Kunstwerke in einer Ausstellung ansehen. Es ist unglaublich, dass die Fertigstellung eines Schwertes ein ganzes Jahr dauert. Jeder Arbeitsschritt ist eine Meisterleistung an Präzession, Disziplin und Ausdauer, jedes Schwert ein Unikat und nebenbei noch unzerstörbar.

Ofen der Ichiyou Gama Bizen Töpferei, Japan Rundreise
Schwertaustellung im Schwertmuseum, Okayama, Japan Rundreise

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon fahren wir mit dem berühmten Schnellzug Shinkansen zurück nach Osaka. Der letzte Abend unserer Reise durch die Setouchi Region ist angebrochen und wir zelebrieren den Abschluss einer aufregenden und sehr spannenden Reise durch Städte, Wälder und vor allem den zahlreichen lebendigen Traditionen Japans mit „Shabu Shabu“: in einem großen Kochtopf garen wir Gemüse und Fleisch und bekommen dazu leckere Miso Suppe sowie typisch japanischen Reis. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und am nächsten Morgen geht es voller neuer Eindrücke und schöner Erinnerungen zurück nach München.

Melanie im historischen Museum Aizumicho, Tokushima, Japan Rundreise

Ich komme begeistert von meiner ersten Asienreise zurück und bin beeindruckt von den Menschen, ihren Traditionen und vor allem ihrer Kultur, die sie so liebevoll pflegen und erhalten. Setouchi ist eine noch etwas unbekanntere Region in Japan, die ich gerne weiterempfehle. Ich werde wiederkommen.
 

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