Asien-Spezialistin Christiane Hörst in Japan

Reisebericht unserer Asien Spezialistin Christiane Hörst über ihre Reise nach Japan

Welcome to Japan

Erste Erfahrungen in Sache japanischer Etikette konnte ich bereits am Flughafen in Berlin sammeln: Zwei befreundete japanische Paare verabschiedeten sich winkend voneinander und nicht wie bei uns üblich mit einer Umarmung. Hierbei werden die Ellenbogen parallel zum Körper angewinkelt und die Unterarme aufgestellt, um dann wedelnde Wink-Bewegungen auszuführen. Diese Form der Verabschiedung ist mir während meiner Reise sehr häufig begegnet und die Erwiderung wird mit einem freundlichen Lächeln honoriert.

Einreise, Informationsübergabe durch eine englischsprechende Assistentin und Geldwechsel funktionierten am Flughafen in Tokyo wie am Schnürchen – dies zog sich wie ein rotes Band durch die Reise: Freundlich, serviceorientiert, gut geplant, effizient und zuverlässig. So macht Reisen Spaß!

The Peninsula Hotel & Spaziergang durch Ginza

Nach einer gut einstündigen Fahrt erreiche ich mein Domizil in Tokyo, das luxuriöse The Peninsula Hotel. Die Zimmer sind modern-elegant in Grautönen gehalten und mit schönem Echtholzdekor versehen. Allein das Marmorbad und der begehbare Kleiderschrank waren größer als meine Studentenbude in den 80ern. Selten habe ich in fast 30 Jahren in der Touristik ein Hotelzimmer bewohnt, das so durchdacht konzipiert wurde: Schaltet man im Bad einen Schalter auf „Spa-Modus“, so wird das Licht gedämmt und sanfte Musik ertönt. Morgens bewirkt der Weckalarm ein leichtes Hochfahren der Zimmerbeleuchtung.
 

Nach einer kurzen Ruhepause mache ich mich auf den Weg nach Ginza, um mir nach dem Langstreckenflug bei einem Bummel über die Einkaufsstraße die Beine zu vertreten. Das „Batmobil“ im Nissan Showroom liegt dann doch etwas über meinem Budget. Da am nächsten Tag Tempel, Schreine und Hotels auf dem Programm stehen, möchte ich heute das bunte und leicht schräge Tokyo sehen – somit geht es nach Akihabara. Neben den mit riesigen Leuchtreklamen geschmückten Elektrofachgeschäften bekommt man dort einen Eindruck von der Anime-, Manga-, Videospiel- und Cosplay-Kultur. Der nördlich von Akihabara liegende Ueno Park ist mein erstes japanisches Grün.

Am Abend erwartet mich im Peninsula ein köstliches Abendessen: Um mehrere Restaurants kennen zu lernen (und zu testen), komme ich in den Genuss des „restaurant hoppings“: Vorspeise und exzellentes Rindfleisch im „Peter Steak & Grill“, kantonesische Spezialitäten im „Hei Fung“ und Dessert-Variationen in der Lobby Lounge. Unterbrochen übrigens von einem Gläschen Champagner im eigens für diesen Anlass geschmückten Service-Lift und in der Küche.

Automobil Showroom in Ginza, Tokyo, Japan Reisebericht
Shoppingmeile in Ginza, Tokyo, Japan Reisebericht

Entdeckungtour zu den weniger bekannten Tempeln Tokyos

Am nächsten Tag stelle ich fest: Auch die nicht so bekannten Tempel bzw. Schreine Tokyos sind absolut einen Besuch wert. In ruhiger Atmosphäre und ohne großen Menschenandrang erfahre ich im Hie Jinja Schrein Interessantes über den Shintoismus. Verlassen wird der Schrein über Treppenstufen, die von roten Torii-Toren flankiert werden. Dann geht es zum großen Zojoji Tempel, einem wichtigen Tempel der Jodo-Buddhisten. Abrundend zum beeindruckenden Tempel gibt es dort ein Museum, eine Gedenk-Allee für verstorbene Kinder und einen Friedhof wichtiger Persönlichkeiten. Ein Foto wert: Der Tempel mit dem Tokyo Tower im Hintergrund. Nach einigen Hotel-Inspektionen folgt ein Spaziergang im Imperial Palace Garden, ein riesiges Areal inmitten der Stadt mit unterschiedlichen Gärten und Teichen – besonders  spannend durch den Kontrast der umliegenden Wolkenkratzer.       

Park in Tokyo, Japan Reisebericht
Stadtrundgang Tokyo, Japan Reisebericht

Der Abend ist sehr spaßig – und lecker. In Begleitung eines eloquenten Gastro-Guides und einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter probiere ich im Stadtteil Ebisu eine Reihe verschiedener Spezialitäten der japanischen Küche: Thunfisch-Sashimi (wird mit einer Muschel vom Fischknochen geschabt), alles rund ums Huhn in einem gut versteckten Mini-Restaurant und eine mit Bohnenpaste und Matcha gefüllte Waffel in putziger Fischform (das Auge isst bekanntlich mit). Mein Highlight sind die Snacks und Fingerfood im Izakaya-Stil (Izakaya = Pub), flankiert von Sake und Bier in einer Art „überdachten Fressmeile“. Es ist voll, eng und laut – und ich bin mittendrin und Teil des japanischen „After-Work-Lifestyles“.

Mit dem Rad durch Tokyo

Am nächsten Morgen steht dann „Fettverbrennung“ auf dem Programm - und zwar während einer begleiteten Radtour. Sie fragen sich: Wirklich? Radeln in Tokyo? Ich habe es getestet und sage eindeutig „hai“ (also ja auf japanisch). In einem ruhigen Wohngebiet im Westen der Stadt wird auf kaum befahrenen Straßen, entlang von Kanälen und durch Parks in die Pedale getreten. Unterwegs legen wir kurze Stopps ein und neben dem Pluspunkt „Bewegung“ bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die Mittelschicht in Tokyo lebt und liebevoll ihre Mikro-Vorgärten gestaltet.

Abstecher ins Kiso Tal

Als Kontrastprogramm zur Mega Metropole Tokyo mache ich mich am Nachmittag auf den Weg zum Kiso-Tal – selbstverständlich mit dem Zug. Dieser war absolut pünktlich. Gelernt: Zugfahren kann begeistern! Sauber, bequem, perfekt temperiert und ruhig: So geht es mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen nach Nagoya und dann mit dem „Wideview-Shinano“ durch eine immer bergiger werdende Landschaft nach Kiso Fukishima. Dort darf ich die Erfahrung „Ryokan“ machen und beziehe ein geräumiges Zimmer mit Tatami-Matten, niedrigem Tisch und einem Kästchen mit Yukata (einem kimonoähnlicher Bademantel) und Handtüchern. Sehr beeindruckend ist die Onsen-Badelandschaft, gespeist von heißen Quellen, der schöne Garten und der Blick ins Grüne. Während des abendlichen Kaiseki-Dinners, bestehend aus vielen Schälchen mit saisonalen Köstlichkeiten, wird im Zimmer für mich ein Futon ausgerollt, auf dem ich mich zur Ruhe bette. Um gleich wieder aufzustehen – es war einfach zu hart. Im Schrank liegen weitere fünf Futon-Matten.  Drei davon greife ich mir und ergänze damit die Einzel-Lage. Die „Prinzessin auf der Erbse“ hat gut geschlafen!

Onsen im Kiso Tal, Japan Reisebericht
Kiso Tal, Japan Reisebericht

Wanderung auf dem Nakasendo-Pfad

Nach einem japanischen Frühstück lautet die Devise „Wandertag“. Mit Bahn und Bus geht es nach Magome, einem der berühmtesten Post-Städtchen der Edo-Periode. Die leichte Wanderung führt mich auf dem Nakasendo-Pfad durch das Kiso-Tal, einer im 8. Jahrhundert bedeutenden Handelsroute. Die Wanderung gleicht einer kleinen Zeitreise, als Händler, Beamte und Provinzfürsten samt Gefolge auf den Bergwegen durch ganz Japan reisten. Inklusive einiger kleiner Pausen lege ich die Strecke in gut drei Stunden zurück. Besonders schön sind die Passagen durch den dichten Wald und ein Abstecher zu einem Wasserfall. In Tsumago, dem Endpunkt der Wanderroute, gönne ich mir ein Matcha-Eis bevor es retour zum Ryokan geht.

Wanderung auf dem Nakasendo Pfad, Kiso Tal, Japan Reisebericht
Wanderung auf dem Nakasendo Pfad, Kiso Tal, Japan Reisebericht

Tee-Zeremonie in Kyoto

Neuer Tag, neues Ziel: Mit dem Zug düse ich in knapp zweieinhalb Stunden nach Kyoto. Sehr gespannt bin ich auf die traditionelle Tee-Zeremonie und ich werde nicht enttäuscht. In einen privaten Tempel balanciere ich über Steinplatten und durch einen moosbewachsenen Garten zum Brunnen für die rituelle Reinigung und klettere dann durch eine kleine Öffnung in der Wand in den „Tee-Raum“. Dort wartet bereits die Tee-Zeremonien-Meisterin auf mich: Kniend und mit den Utensilien für die Teezubereitung umringt. In fast andächtiger Atmosphäre wird gezeigt, wie Tee korrekt zubereitet und angeboten wird. Die Abläufe und Gesten sind streng geregelt und auf die Frage „wie lange dauert die Ausbildung“ wird geantwortet: Die Ausbildung endet nie. Den letzten Schluck laut schlürfend - so die Anweisung - nehme ich den Tee zu mir. Im Anschluss erklärt mir ein altehrwürdiger Mönch die Bedeutung der Zen-Meditation und wie ich diese in den Alltag einbinden kann. Bewusstes Atmen um sich kurz auszuklinken – das geht auch in der U-Bahn. 

Das Leben der Geisha in Gion

Nach der Verabschiedung besuche ich den Kodai-ji Tempel mit seinem Zen-Garten und reise weiter nach Gion, um mehr über die Ausbildung und das Leben der Geishas zu erfahren. Der Bezirk besteht aus traditionellen Häusern, die schmale Gassen säumen. Dort leben viele Geishas und Maikos – letztere sind Geishas in der Ausbildung. Ich habe Glück und sehe eine Maiko auf dem Weg zur Schule. Übrigens: Damen im Kimono sieht man sehr viele in Kyoto… hierbei handelt es sich aber fast immer um verkleidete Touristinnen.

Ich übernachte im Boutique-Hotel Noku Kyoto: Es ist modern und geradlinig eingerichtet, kleine Farbakzente und Dekorationsgegenstände runden das Bild auf angenehme Weise ab. Die Lage ist ideal: Gleich nebenan befindet sich eine U-Bahnstation, der Imperial Park liegt gegenüber.

Landleben und Handwerk am Biwa See

Ich möchte auch etwas über traditionelles japanisches Handwerk und das Landleben erfahren – dies lässt sich ganz einfach ab/an Kyoto realisieren. Mit dem Zug geht es in 20 Minuten hinaus aus der Stadt zum Biwa See. In einer „Gargoyle-Manufaktur“ werden Skulpturen geschaffen, die Dächer verzieren und eine schützende Funktion haben. Der Familienbetrieb fertigt dies für private Häuser an, große Aufträge kommen von Tempeln und Schreinen – oftmals müssen exakte Nachbildungen beschädigter oder verwitterter Gargoyles erstellt werden.

Handwerk am Biwa See, Japan Reisebericht
Landleben am Biwa See, Japan Reisebericht

Nach einem Stopp bei einem Schrein geht es aufs Land zum Haus eines Bauern. Dort wird Reis klebrig geklopft und ergibt so „Mochi“, eine beliebte Nachspeise. Das Mittagessen wird vor meinen Augen auf dem Tisch zubereitet: Frisches Gemüse und Fleisch werden im „Hot Pot“ gegart und mit Reis serviert. Sehr lecker – ich habe mir immer wieder nachgenommen und die Bauersfrau so sehr glücklich gemacht. Das Essen findet – auf dem Boden sitzend – im Wohnzimmer des Bauernhauses statt. Dort wird stolz der reich verzierte Ahnenschrein geöffnet.

Zurück in Kyoto stehen erneut Hotel-Besichtigungen auf der Agenda. Das Abendessen findet im wunderschönen Restaurant „The Sodoh“ im Stadtteil Higashiyama statt: Mediterran-japanische Fusion-Küche.

Fahrradtour durch Kyoto

Auch Kyoto erkunde ich in Begleitung eines versierten Guides mit dem Fahrrad. Für die circa 15 km sind je nach Geschwindigkeit und Länge der Besichtigungsstopps drei bis vier Stunden angesetzt. Es geht durch schmale Gassen, wo ich in Gion erneut eine Maiko erblicke und entlang von Kanälen. Größere Straßen sind durch einen Radweg flankiert und lassen sich somit prima befahren. Unterwegs wird an Tempeln und idyllischen Orten gehalten, Bewegung und Fahrtwind werden so sehr schön ergänzt. Auch für diese Aktiv-Tour gilt: Beide Daumen hoch.

Fahrradtour durch Kyoto, Japan Reisebericht
Asien Expertin Christiane Hörst in Kyoto, Japan Reisebericht

Auch Kyoto erkunde ich in Begleitung eines versierten Guides mit dem Fahrrad. Für die circa 15 km sind je nach Geschwindigkeit und Länge der Besichtigungsstopps drei bis vier Stunden angesetzt. Es geht durch schmale Gassen, wo ich in Gion erneut eine Maiko erblicke und entlang von Kanälen. Größere Straßen sind durch einen Radweg flankiert und lassen sich somit prima befahren. Unterwegs wird an Tempeln und idyllischen Orten gehalten, Bewegung und Fahrtwind werden so sehr schön ergänzt. Auch für diese Aktiv-Tour gilt: Beide Daumen hoch.

Trubel in Osakas buntem Stadtteil Dotonbori

In Dotonbori tauche ich dann in die „vergnügungssüchtige Stadt“ ein und stelle schon fast erleichtert fest: Japan kann auch etwas unordentlich sein. Jede Menge Restaurants und Kneipen buhlen um die Gunst von hungrigen und durstigen Spaziergängern. Bunte Leuchtreklamen und riesige Pappmaché-Figuren säumen die Straßen und den Fluss. Ich habe auch hier wieder hervorragend gegessen… irgendwo mitten im bunten Durcheinander. Am Teppanyaki-Tisch mit der heißen Grillplatte werden Gemüse, Fleisch und Fisch frisch geschnitten und mit Hingabe vor meinen Augen von der Teppanyaki-Meisterin gebruzzelt. Der krönende Abschluss ist das japanische Omelette namens „Okonomiyaki“. Ein Zungenbrecher und Gaumenschmaus!

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