Unsere Asien-Expertin Katja Walter in Japan

Ankunft im Land der aufgehenden Sonne

Ausgestattet mit einem Pocket Wifi Router beginnt meine Japanreise in der Kansai Region, genauer gesagt in Shirahama. Der Ort liegt direkt an der Küste in der Präfektur Wakayama. Hier unternehme ich einen Ausflug zur etwa 50 Meter hohen und ca. zwei Kilometer langen Felsklippe Sandanbeki, von der sich mir ein schöner Blick über den Ozean bietet. Die stürmischen Wellen des Pazifiks peitschen nicht nur gegen die Felswand, sondern formen auch die Sandanbeki Höhle, die ich unterirdisch per Fahrstuhl erreiche. Aus nächster Nähe beobachte ich die Kraft der Brandung bevor es Zeit wird im Infinito Hotel & Spa einzuchecken. Einige Zimmer verfügen über ein privates Bad im Freien auf dem Balkon mit wunderschönem Ausblick in Richtung Horizont über den Ozean.

Auf den Pilgerpfaden Japans

Für den nächsten Tag suche ich mir eine Wanderstrecke auf dem berühmten Kumano Kodo aus, dessen Pilgerwege zu wichtigen Shinto-Schreinen führen und seit 2004 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, um mehr von der ländlichen Umgebung und der herrlichen Natur auf der Halbinsel Kii zu sehen. Mein Ausgangspunkt entlang der Nakahechi-Route ist Hosshinmon-Oji. Ganz gemütlich spaziere ich durch den dichten Wald und genieße die Atmosphäre des alten Japans. Vorbei an Jizo-Figuren, die Schutzgötter der Kinder, die am Wegesrand immer wieder zu sehen sind, führt der Pfad durch kleine Dörfer, die von Landwirtschaft und Teeplantagen umgeben sind, bis zu einem Aussichtspunkt. Die perfekte Gelegenheit für eine kleine Pause um die Aussicht zu genießen.

Anschließend geht es weiter entlang des Pfades bis ich schließlich nach 8 km und 3,5 Stunden Wanderung einen der drei großen, heiligen Kumano-Shinto-Schreine erreiche: Kumano Hongu Taisha. Heute liegt der Schrein auf einem Hügel. Doch das war nicht immer so, denn nach einer schweren Flut musste der Schrein 1891 von der Sandbank am Fluss Kumano auf den Hügel verlegt werden. Der Hauptschrein Kumano Hongu Taisha gehört zum Kumano Sanzan und wird als heilige Stätte seit der Heian-Zeit von vielen Pilgern aufgesucht. Doch bevor ich mir den Schrein-Komplex genauer ansehe, beobachte ich wie ein japanischer Shinto-Priester ein neues Auto segnet. Toll, dass ich diese japanische Tradition an diesem besonderen Ort miterlebe.

Der größte Torii Japans

Über viele Treppenstufen laufe ich hinunter zum größten Torii ganz Japans - ca. 33 Meter hoch, 42 Meter breit und ein Gewicht von 172 Tonnen – da komme ich mir jetzt ganz schön klein vor.

Mit dem Auto erreiche ich das nächste wichtige Heiligtum der drei Kumano Sanzan – den Schrein Kumano Nachi Taisha. Hier treffen Buddhismus und Shintoismus aufeinander. Zu Fuß geht es in ca. 20 Minuten über teils unebene Stufen den Hügel hinauf zum ersten Torii. Folge ich den Stufen durch das Torii komme ich zu den religiösen Stätten des Shintoismus. Nehme ich jedoch die gegenüberliegenden Stufen bin ich zuerst bei den buddhistischen Besichtigungsstätten. So oder so ist es wahrlich beeindruckend, dass die Region Kumano immer wieder shintoistische und buddhistische Einflüsse verbindet, so eben auch hier unweit des höchsten Wasserfall Japans: Nachi-no-Otaki (133 Meter). Von der Pagode Seiganto-ji bietet sich ein wundervoller Panoramablick.

Auf meiner Reise darf Japans heiligster Schrein des Shintoismus, der Ise-Jingu, nicht fehlen. Er ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet und wird alle 20 Jahre neu errichtet. Und so mache ich mich auf den Weg in die Präfektur Mie per Fähre und Zug. Wie die Japaner verbeuge auch ich mich vor und hinter dem Torii und spaziere über die 100 Meter lange Uji-Holzbrücke, die über den heiligen Fluss Isuzu führt und als Übergang von der alltäglichen in die heilige Welt gilt. Hier nehme ich eine besondere Stimmung rund um die weitläufige Anlage wahr. Zwischen dem äußeren Schreingebäude Geku und dem inneren Naiku liegen etwa 6 km. Der wunderschöne Garten ist absolut idyllisch und harmonisch angelegt. Vielleicht überträgt sich genau diese Präzision auf die Atmosphäre rund um den heiligen Schrein. Fotos dürfen vom innersten Bereich nicht gemacht werden. Auch der Zugang ist Priestern und Mitglieder der kaiserlichen Familie vorbehalten. Ich habe Glück und darf eine Spende eines Unternehmens an den Schrein beobachten. Wie an jedem Schrein gibt es auch hier die Möglichkeit die sog. Omamori und andere Glücksbringer zu erstehen. Sie sind bei den Japanern selbst sehr beliebt und für uns Touristen ein nettes Mitbringsel für zuhause.

Kulinarische Highlights

In der Okage-Yokocho Gasse, die sich unweit des Ise-Jingu befindet, verleihen die vielen traditionellen Holzhäuser der Straße ein besonderes Flair des alten Japans. Hier gibt es allerhand an japanischen Speisen und natürlich auch Souvenirs. Das Noasobidana Restaurant & Café liegt nur wenige Gehminuten von Okage-Yokocho entfernt in einer entspannten, natürlichen Umgebung am Fluss Isuzu. Von den großen Fenstern im Restaurant können Gäste einige der saisonalen Naturschönheiten von Ise beobachten, wie Kirschblüten im Frühling, das klare Wasser des Isuzu-Flusses im Sommer, die wechselnden Farben der Blätter auf dem Berg Kamiji im Herbst und die Zugvögel, die in die Stadt ziehen im Winter.

Danach wartet die nächste Sehenswürdigkeit auf mich – die Meoto-Iwa (Futami Okitama Schrein). Dies sind zwei Felsen, die als Torii für den Sonnenaufgang dienen sowie die Vereinigung von Mann und Frau symbolisieren. Sie sind mit einem aus Reisstroh geflochtenem Seil verbunden. Wer zwischen Mai und Juli zur Zeit des Sonnenaufgangs hier ist, wird diesen genau zwischen den beiden Felsen beobachten können. Besucher des Schreins können auf einer Holztafel einen Wunsch oder eine Danksagung schreiben und an die Wand bringen. Sobald die Wand voll ist, werden die Holztafeln abgeschnitten oder verbrannt, damit die Wünsche in den Himmel aufsteigen.

Erkundungstour durch Tokyo

Als Kontrastprogramm zur schönen Landschaft rund um Kumano Kodo und den Highlights von Ise verbringe ich die nächsten Tage in der Megametropole Tokyo. Mit dem schnellsten Zug Japans – dem Nozomi Shinkansen – reise ich die 366 km von Nagoya nach Tokyo in nur 1 Stunde und 40 Minuten. Bereits nach wenigen Minuten am Tokyo Bahnhof, stelle ich fest: I love Tokyo! Tokyo gehört ohne Zweifel schon jetzt zu einer meiner absoluten Lieblingsmetropolen auf diesem Planeten. Die Stadt hält so viel für jedermann bereit, dass es fast unmöglich erscheint, alle Facetten in diesen Tagen kennenzulernen. Ich beginne mit der kulinarischen Seite im XEX Restaurant. Beim Teppanyaki, das „Kochen auf der heißen Grillplatte“ bedeutet, lasse ich mir u.a. feinste Jakobsmuscheln und Lachs von höchster Qualität schmecken. Es ist wirklich sehr faszinierend zu beobachten mit welcher Hingabe der stolze Teppanyaki-Meister seiner Arbeit nachgeht.

Tradition trifft Moderne

Gestärkt mache ich mich auf den Weg zum Meiji-Schrein, der inmitten eines bewaldeten Parks liegt und auf mich wie eine ruhige Oase im Stadtteil Harajuku wirkt. Der Schrein ist dem Kaiser Meiji und seiner Frau Shoken gewidmet. Vorbei an der riesigen Wand mit Sake-Fässern, die dem Schrein gespendet wurden, spaziere ich zu den Schreingebäuden und verweile hier ein bisschen: welch ein Kontrast zu den dicht gedrängten Hochhäusern der Tokyo Skyline, die kein Raum für Grünflächen lassen.

Danach warten schon die nächsten Kontraste auf mich – Ruheoase vs. geschäftiges Tokyo; Geschichte vs. Moderne – es geht nun zur Flanier- und Shoppingmeile Omotesando, unweit vom Meji-Schrein gelegen. Hier reihen sich Boutiquen vieler Luxusmarken, Galerien und kunstvolle Modehäuser aneinander. Doch meine Aufmerksamkeit richtet sich ganz auf die Eleganz, das Modebewusstsein der Japaner und die japanischen Gepflogenheiten, die ich entlang des Boulevards wahrnehme. 

Den Tag lasse ich zusammen mit meiner Reiseleiterin im Restaurant Gonpachi Nishiazabu ausklingen. Meine Neugierde um den Hype des Restaurants, welches als Inspiration für das Restaurant im Film „Kill Bill“ diente, führt mich hier her. Ausgerichtet auf Masse statt Klasse, westliche Touristen und eine laute Pub-Atmosphäre ist es wahrlich nicht das Japan, das ich schätze – aber wie so oft bisher eben auch ein totaler Kontrast. Mit meiner Reiseleiterin bin ich jedoch in netter Gesellschaft und erfahre mehr über die sozialen sowie gesellschaftlichen Veränderungen in einem Land, in dem ich mich sehr wohl fühle. 

Im beliebten Einkaufsviertel Ginza mache ich mich auf den Weg zum Kaufhaus Mitsukoshi, einem der ältesten Kaufhäuser Japans. In der Depachika im Untergeschoss gibt es alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Die Vielfalt ist wirklich überwältigend - feinste Delikatessen sind sorgfältig sortiert, akribisch angeordnet und perfekt präsentiert. Ich kaufe Matcha-Tee und staune mit welcher Geduld und Sorgfalt mein Mitbringsel eingepackt wird. Das erinnert schon fast an die japanische Papierfaltkunst – Origami.

Typisch japanisch ist auch mein nächstes kulinarisches Highlight: Sukiyaki. In einem privaten Raum des traditionell eingerichteten Restaurants Imahan Yurakucho darf ich das Topfgericht, das direkt am Tisch gekocht wird, probieren. Zartes, hauchdünn geschnittenes Rindfleisch, Tofu und Gemüse werden in einer Brühe aus Sojasauce, Mirin und Zucker gegart. Eine wahre Gaumenfreude! Der ausgezeichnete Service der Dame im Kimono macht den Aufenthalt hier ebenfalls besonders – sehr zu empfehlen.

Das grüne Herz Tokyos

Im Anschluss spaziere ich durch den Hamarikyu-Garten vorbei am Teehaus und dem Meerwasserteich bis zur Bootsanlegestelle. Etwas surreal wirken die Hochhäuser im Hintergrund. Dennoch ist es wieder ganz still und ruhig, so dass ich mich schon fast wie in einem kleinen Dschungel in der großen Stadt fühle. Während der Bootsfahrt entlang des Sumida-Flusses zum Stadtteil Asakusa bemerke ich die scheuen und zugleich neugierigen Blicke einer japanischen Schulklasse. Ich denke, es ist Zeit für ein Selfie – eine Art Weltsprache in der heutigen Zeit. Und schnell wird aus der Scheu ein eifriges Lachen mit dem auf Fotos typischen Victory-Zeichen.

Sightseeing-Tour durch Tokyo

Angekommen in Asakusa besichtige ich den buddhistischen Tempel Sensoji, bei dem eine ganz andere Stimmung als bei den shintoistischen Schreinen herrscht – es ist bunt und lebhaft. Für die Besichtigung der Tempelanlage sollte man ein wenig Zeit mitbringen, da es doch einiges rund um den ältesten erhalten gebliebenen Tempel zu sehen gibt, z.B. das Hozomon-Tor mit seinem zweistöckigen Dachaufbau; die Haupthalle Hondo, in der Asakusa-Kannon aufbewahrt wird; dem Kannon gewidmete fünfstöckige Pagode. Wer noch auf der Suche nach Souvenirs ist, wird vielleicht in der Nakamise fündig – eine ca. 200 Meter lange Einkaufsstraße. Ich bin lieber in der Denboin-dori-Straße unterwegs und kann das Flair aus der Edo-Ära – dem alten Japan – erahnen. Zur alten Tradition gehört auch der Kimono, der von Japanern heute meist nur noch zu besonderen Anlässen getragen wird. In einem Geschäft, das Kimonos verleiht, probiere ich das traditionelle Kleidungsstück an. Das richtige Anziehen ist jedoch nur mit Hilfe oder längerem Training möglich. Ein Foto zur Erinnerung darf natürlich nicht fehlen.

Schillerndes Tokyo

Tokyo bei Nacht ist nicht nur für Nachtschwärmer ein absolutes Muss. Daher verbringe ich meinen letzten Abend im Stadtteil Shinjuku. Hier kommen die vielen Leuchtreklamen erst jetzt richtig zur Geltung. Von der Aussichtsplattform im 45. Stock des Rathaus-Komplexes (Tokyo Metropolitan Government Building) bietet sich mir ein grandioses Nachtpanorama. Die Stadtgrenze am Horizont suche ich dennoch vergebens.

In einem Izakaya in der beliebten Omoide Yokocho Gasse, unweit des weltweit verkehrsreichsten Bahnhofs Shinjuku, lasse ich mir Yakitori (gegrillte Fleischspieße) schmecken. Die Kneipen und Bars in den engen Gassen sind ein beliebter Ort der Japaner um den Berufsalltag in lockerem Ambiente ausklingen zu lassen. Die ungezwungene und gemütliche Atmosphäre im Izakaya mitten unter den Einheimischen gefällt auch mir. Es ist der perfekte Abschluss für meine Japanreise!

Sie möchten auch gern ganz individuell nach Japan reisen? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie unsere Japan-Expertin Katja Walter per Mail oder unter 089 12 70 91 -139.

 

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